Was ist die Braille-Notation?

Für Menschen, die Noten nicht sehen können, gibt es eine spezielle Musiknotation. Diese wurde von Louis Braille entwickelt und wird daher auch Braille-Notation genannt. Sie verwendet die selben sechs Punkte wie die ebenfalls von ihm entwickelte Blindenschrift für Texte.

In der Musikschrift stehen die obersten vier Punkte für die Tonhöhe und die unteren beiden Punkte für den Notenwert. Da diese Zeichen nicht darstellen, um welche Oktave es sich handelt, gibt es spezielle Oktavzeichen. Diese werden immer vor die erste Note in dieser entsprechenden Oktave geschrieben. Aber es gibt auch viele Zusatzsymbole für Vorzeichen, Taktarten, Akkorde, Pausen oder ähnliches.

Wie spiele ich ohne Noten?

Wir haben euch bereits verschiedene Notensysteme vorgestellt. Aber um musizieren zu können, braucht es diese eigentlich gar nicht. Das erste Mal, wenn wir ein neues Instrument in die Hand bekommen, versuchen wir instinktiv damit zu spielen und Töne zu erzeugen. Das gelingt mal mehr und mal weniger gut.

Aber ohne Notenkenntnisse gut zu klingen ist durchaus möglich. Vielen Chorsängern reicht der Grundton und ein gutes Gedächtnis um Melodien erstrahlen zu lassen.

Aber auch auf Instrumenten können schöne Melodien ohne Notenwissen entstehen. Es brauch lediglich eine Melodie im Kopf oder dem Kopfhörer und Ausdauer den Ton aus dem Kopf auf der Klaviatur z.B. des Akkordeons zu finden. Leichter machen es dann noch Programme wie „Synthesia“. Hier wird einem zum Beispiel in Form eines Youtubevideos gleich gezeigt, welche Taste auf dem Akkordeon gedrückt werden muss. Welcher Ton das ist, wie viele Einheiten dieser lang ist und in welcher Tonlage das Stück ist? All das spielt keine Rolle fürs erfolgreiche Spielen.

Noch leichter wird es dann bei Computerspielen wie Guitar Hero. Man drückt im richtigen Moment die richtige Farbe einer bunten Plastikgitarre und die Musik erklingt. Manchmal braucht es nicht die größten Musikkenntnisse um ein Gitarrenheld oder Popstar zu werden.

Was ist ein Medley?

Wen es eines gibt, das unser Orchester liebt, dann sind das Medleys. Was um alles in der Welt das sein soll, fragt ihr euch?

Mit dem Begriff „Medley“ (englisch: „Gemisch“) bezeichnet man ein Musikstück, das aus mehreren Teilen verschiedener Kompositionen besteht. Die einzelnen Teile gehen dabei fließend ineinander über, sodass eine runde und stimmige Zusammenstellung mehrerer Musikstücke entsteht. Der Begriff wurde bereits in der englischen Renaissancemusik gebraucht.

Ein Medley ist meist thematisch. Zum einen kann es Musik von einem bestimmten Interpreten oder einer bestimmten Band enthalten, bei uns im Repertoire befindet sich beispielsweise ein Medley von Udo Jürgens und eines von den Prinzen.

Zum anderen können die Musikstücke aber auch unter inhaltlichen Gesichtspunkten zusammengefasst werden. So gibt es im BAO unter anderem eine Zusammenstellung mit russischer Musik und eine mit lauter Liedern über Rosen.

Darüber hinaus kann ein Medley auch komplett aus Liedern eines bestimmten Genres bestehen, so wie bei uns das Gospelmedley und das Rock’n’Roll-Medley.

Was ist ein Arrangement?

Ein Arrangement ist die Bearbeitung eines Musikstücks für eine bestimmte Besetzung. Durch ein Arrangement wird in der Musik ein Musikwerk in seiner ursprünglichen Ausdrucksform verändert. Ein Arrangeur kann verschiedene musikalische Gestaltungsmittel, zum Beispiel Besetzung, Melodie, Harmonie, Rythmik oder Tempo, ebenso wie ein Komponist nutzen. Außerdem ist es möglich, im Tonstudio bei einer Tonaufnahme selbst oder bei der Nachproduktion eines Stückes Echo- , Sound- oder Nachhalleffekte einzusetzen.

Bereits im 20.Jahrhundert entstanden im Jazz, Blues Pop oder der Volksmusik Arrangements. Hierbei ergaben sich den Musikern und Sängern größere Freiheiten der Interpretation eines Musikstückes, da in diesen Musikbereichen oft nur Melodielinie und Harmoniefolge vorgegeben waren. Der Arrangeur hatte hier die Aufgabe, anhand dieser wenigen Vorgaben ein Arrangement zu produzieren, welches den Musikern genauere Angaben oder Ausführungsmöglichkeiten gibt, beispielsweise mithilfe von Audiobeispielen oder mündlichen Absprachen.

Das Arrangement soll dem Zuhörer eine weitere Variante der Interpretation des Originals nahe bringen. Heute wird insbesondere bei elektronischer und Popmusik unter dem Arrangement mitunter auch ein Teil der Bearbeitung gezählt, welcher streng genommen eher als Teil der Komposition gesehen wird bzw. einem Remix nahekommt. Als Arrangeur ist oft jemand angegeben, der bei einer bereits fertigen Aufnahme noch einmal am Aufbau des Musikstückes gearbeitet hat.

Was ist Mehrstimmigkeit?

Wenn mehrere musikalische Stimmen gleichzeitig erklingen, wird dies als Mehrstimmigkeit bezeichnet.

Hier gibt es die Homophonie, bei der die Stimmen rhythmisch gleich sind und die Musik im Wesentlichen als Aufeinanderfolge von Akkorden erscheint. Bei der Polyphonie sind die Stimmen selbstständig in Musik und Rhythmus.

Für die übersichtliche Darstellung aller Stimmen wird eine Partitur verwendet, die dadurch ein gutes Hilfsmittel für den Dirigenten ist. In dieser werden die Stimmen im jeweiligen Notenliniensystem übereinander angeordnet und mit senkrechten Taktstrichen verbunden. Dadurch können der Verlauf der Einzelstimmen, die Koordination und die Zusammenklänge abgelesen werden.

Notensysteme für andere Instrumente

Für die meisten Instrumente wird das bereits beschrieben Notensystem genutzt. Doch es gibt auch andere.

So wird z.B. für die Bratsche und andere Altinstrumente der sogenannte Altschlüssel (oder auch Bratschenschlüssel) verwendet. Dieser gibt an, dass der Ton c‘ auf der mittleren Notenlinie liegt.

Für die Orgel wird in der Regel zu den Notenzeilen mit Violin- und Bassschlüssel noch eine dritte Notenzeile notiert, die Noten für das Pedalspiel enthält.

Schlagzeuger nutzen ein eigenes Notensystem, welches allerdings nicht genau festgelegt ist. Daher gibt es für jedes Notenbuch eine Legende (drum key), in der erklärt ist, was ein Symbol genau bedeutet.
Bei allen einheitlich sind die fünf Notenlinien, die wir bereits kennen. Der sogenannte neutrale Notenschlüssel zeigt an, dass es nur unbestimmte Tonhöhen gibt. Metallene Einzelinstrumente (z.B. Becken) werden mit einem x-förmigen Notenkopf dargestellt, die ovalen Notenköpfe stehen für die Trommeln. Die Position der Notenköpfe zeigt an, welches Instrument angeschlagen werden soll. Im oberen Bereich befinden sich die Becken, im unteren Bereich die großen, tiefen Trommeln, welche mit den Füßen bedient werden und im mittleren Bereich die kleineren, höheren Trommeln. Notenwerte etc. bleiben unverändert und haben die uns bekannte Bedeutung.

Möchte man die Gitarre nur als Begleitinstrument nutzen, kann man diese Akkorde auch über Griffbilder bzw. Chords darstellen. Dazu wird der Gitarrenhals verbildlicht. Die sechs waagerechten Linien stellen hierbei die Gitarrensaiten dar. Auf diesen Linien befinden sich Kreise, die angeben, dass an dieser Stelle die Saite gedrückt werden soll. Die vorhandenen Zahlen geben an, in welchem Bund die entsprechende Saite gegriffen bzw. welcher Finger dafür benutzt werden soll. Weitere Symbole weisen auf die spezielle Spieltechnik hin.

Wie werden Wiederholungen im Notensystem notiert?

Wenn sich Teile eines Stückes wiederholen, ist es nötig, dies auch in den Noten darstellen zu können. Auf diese Weise bleibt das Stück übersichtlicher und es kann ganz nebenbei Papier gespart werden.

Die einfachste Variante ist es, die gewünschte Wiederholung mehrerer Takte zwischen ein linkes und ein rechtes Wiederholungszeichen zu setzen. Das linke besteht aus einem dicken Strich, einer dünnen Linie und einem Doppelpunkt, das rechte beginnt mit dem Doppelpunkt, dann kommen dünne Linie und dicker Strich. Wiederholt man einen Teil aus mehreren Takten, möchte aber die Wiederholung anders beenden, kann man dies mit einer Klammer 1 und Klammer 2 lösen. Natürlich ist es auch möglich, mithilfe des Wiederholungszeichens ein ganzes Stück zu wiederholen.

Soll hingegen nicht das ganze Stück von vorne bis zum Schluss wiederholt werden, sondern nur bis zu einer bestimmten Stelle, regelt dies die Aufforderung „da capo al fine“. Das bedeutet „von vorne bis zum Ende“, also dem Wort „fine“. Dieses beendet das Musikstück.

Um komplizierte Wiederholungen zu notieren, kann außerdem das Zeichen „dal segno“ (=vom Zeichen) zum Einsatz kommen. Dieses ermöglicht es, von einem dal-segno-Zeichen zum anderen zu springen oder mithilfe der „Coda“ (Kopf) an einer anderen Stelle wieder einzusetzen.

Welche Artikulation gibt es?

Wer sich gut artikulieren kann, der kann deutlich sprechen. Was in diesem Fall der Mensch kann, kann auch die Musik. So klingt ein Ton oder eine Tonreihe nicht immer gleich.
 
Im Normalfall steht auf dem Notenblatt nichts besonderes, dann werden die Noten „Non-Legato“ gespielt. Das bedeutet, ein einzelner Ton ist deutlich und klar zu spielen. Zwischen verschiedenen Tönen entsteht eine winzige Pause.
 
Eine typische andere Möglichkeit des Spielens ist zum einen das „Legato“. Hier werden die Töne ohne hörbare Pause aneinander „gebunden“, dies wird mit einer Art Bogen an den Noten aufgezeigt. Das Gegenteil hiervon wäre „Staccato“, kleine Punkte über oder unter den Noten, die dem Spieler zeigen, dass er die Töne „getrennt“ spielen soll. Zwischen Tönen soll also eine klare Pause erkennbar sein. Allerdings sind die Töne deshalb nicht zwangsläufig kurz. Kombiniert man Legato und Staccato erhält man „Portato“. Hier spielt man die Melodie „getragen“, indem die Töne nach wie vor voneinander getrennt klingen, allerdings weich und zart gespielt werden.
 
Neben den genannten Spielarten gibt es noch „Tenuto“, bei dem „gehalten“ gespielt wird, sowie diverse Mischformen, für die aber nicht unbedingt eigene Bezeichnungen und konkrete Spielanweisungen existieren.

Was sind Triolen, Triller und Fermaten?

Das Wort Triole kommt von der lateinischen Vorsilbe „tri-„, was so viel bedeutet wie „dreifach“. Durch frühere Kalendertürchen wisst ihr ja bereits, welche Notenwerte es gibt. Bei einer Triole wird ein bestimmter Notenwert (egal, ob ganze, halbe, Viertel- oder eine andere Note) in drei gleich lange Teile gegliedert. Der Musiker muss also für die Dauer des entsprechenden Notenwertes drei Töne spielen. Das erfordert natürlich etwas Gefühl, damit man weiß, wie lange die einzelnen Töne erklingen müssen.
 
Der Begriff Triller klingt nach Vogelgezwitscher. Und so ähnlich müsst ihr euch das auch in der Musik vorstellen. Steht ein Triller über einem Ton, dann bedeutet das, dass der betreffende Ton und der, der darüber liegt, immer wieder ganz schnell im Wechsel gespielt werden sollen. Und das hört sich dann an, als würde im Wald ein kleiner Vogel vor sich hin tirilieren.
 
Fermaten schließlich werden auch bezeichnet als „Haltezeichen“. Steht über einem Ton eine Fermate, dann wird dieser Ton lange ausgehalten, unabhängig vom Notenwert. Wie lang der Musiker den Ton aushält, kann er nach Gefühl selbst bestimmen oder es wird ihm , wenn er in einem Orchester spielt, durch den Dirigenten angezeigt.
 
Triolen, Triller und Fermaten sind Elemente der Artikulation. Näheres dazu werdet ihr morgen erfahren.

Welche Dynamikzeichen gibt es?

Um ein Musikstück interessanter zu gestalten, ändern Komponisten auf verschiedene Weise die Lautstärke im Lied. Hierbei sprechen wir in der Musik von der Dynamik. Die Dynamikzeichen werden unter der Notenzeile meist kursiv notiert und wie folgt unterschieden:
 
pianissimo possibile – so leise wie möglich
pianissimo – sehr leise
piano – leise
mezzopiano – mitelleise
mezzoforte – mittellaut
forte – laut
fortissimo – sehr laut
fortissimo possibile – so laut wie möglich.
 
Die Zeichen sind so lange einzuhalten, bis ein anderes Zeichen im Lied folgt.
Natürlich kann man die Lautstärke mit seinem Instrument auch allmählich ändern:
 
Crescendo – allmählich lauter werden
decrescendo / diminuendo – allmählich leiser / schwächer werden.
 
Die Zeichen können über wenige Töne, aber auch über mehrere Takte gezeichnet sein. Je länger der Crescendo bzw. Descrescendo-Abschnitt ist, desto langsamer muss die Lautstärke verändert werden. Manchmal steht auch die Start- und Ziellautstärke am Beginn und Ende des Zeichens. Außerdem kann man mit Akzenten einzelne Töne besonders hervorheben.
 
Der einfache Akzent > sieht aus wie eine kleine Decrescendo-Gabel und wird i.d.R. auch so gespielt, d.h. starkes Hervorheben zu Beginn, und dann ausklingen lassen. Es ist ein eher leichter Akzent, scharf anzuspielen mit abschwellender Betonung. Manche spielen ihn deshalb einfach wie eine betonte Staccato-Note und bezeichnen ihn als kurzen Akzent.
 
Die zweite Variante für einen Akzent ist ein Dach über dem Kopf, dieser Akzent ist stärker (also lauter als >) und wird über die ganze Länge der Note betont (deswegen auch langer Akzent genannt).