Die Peitsche

Die „Petersburger Schlittenfahrt“ ist ein Stück, das zu unserem Weihnachtskonzert in keinem Jahr fehlen darf. Zuschauer, die schon seit einigen Jahren unser Konzert am Jahresende besuchen, wissen genau, das mit diesem Lied immer der weihnachtliche Teil des Programmes eingeleitet wird. Und damit unser Publikum sich genauso fühlt wie auf einer richtigen Schlittenfahrt, behelfen wir uns mit diversen Instrumenten, um das Stück stilecht gestalten zu können. Eine Startklappe kennen die meisten von euch sicher noch aus dem Sportunterricht – mit ihr wird das Startzeichen beim Sprinten gegeben. Wir benutzen sie, um Peitschenhiebe nachzuahmen, mit denen der Kutscher die Pferde antreibt.



Die Pauken


Die Kesselpauke ist ein Schlaginstrument aus der Gruppe der Membranophone und ist ein halbkugelförmiger, mit Kunststoff überspannter Kupferkessel. Durch unterschiedliche Zugspannung des Kunststoffes kann die Tonhöhe der Pauke verändert werden. In unsrem Repertoire findet sich mit Highland Cathedral ein bekanntes Schottisches Lied, in dem Kesselpauken zum Einsatz kommen. Mit einer echten Kesselpauke können wir in unserem Orchester leider nicht dienen, so dass hierfür unser Effektakkordeon zum Einsatz kommt.



Die Glocken


„Süßer die Glocken nie klingen“ ist zwar ein Lied über den Klang von Glocken, aber keines, wo diese zwingend erforderlich sind. Anders ist es bei Stücken wie dem Rockklassiker „Kling Klang“ oder dem Anti-Kriegs-Weihnachtslied „Stop the Cavalry“. Hier wird unser Orchester von echten Glocken begleitet, denn ein Akkordeon kann viel, aber keinen Glockenklang imitieren.

In der musikalischen Früherziehung unseres jüngsten Nachwuchses kommen auch Glockenspiele zum Einsatz. Die Musikunde-Kinder unterstützen damit die älteren Spieler tatkräftig bei unserem alljährlichen Weihnachtskonzert.



Bongos und Cajon


In unserem Orchester haben wir bei nahezu allen Auftritten das Glück, ein Schlagzeug zu besitzen, welches uns musikalisch unterstützt.
Unser Orchester bestreitet aber auch regelmäßig kleinere Konzerte, teilweise auch in Räumlichkeiten, die gar kein Schlagzeug ermöglichen. Hierfür haben wir eine Cajón. Dies ist ein aus Peru stammendes Perkussionsinstrument in Form einer Holzbox. Der Spieler kann sich auf diese setzen und so mit den Händen Rhythmen und Töne erzeugen.

Neben einem Schlagzeugersatz arbeiten wir aber auch mit Ergänzungen. So verwenden wir bei „Copacabana“ zum Beispiel Bongos: zwei kleine Trommeln, die mit den Fingern geschlagen werden und typisch für Südamerika sind. Auch Pauken kommen bei uns zum Einsatz, dazu aber ein andermal mehr.



Der Amboss


Mit den etwas unkonventionellen Instrumenten geht es heute direkt weiter: Ab und zu spielen wir nämlich auch sehr gerne auf einem Amboss.

Ursprünglich ist dieser natürlich nicht als Musikinstrument, sondern als Werkzeug in Schmieden verwendet worden. Es handelt sich um einen Stahlblock, der als Unterlage zum Umformen glühender Eisenmetalle dient. Allerdings sind wir nicht die ersten, die den Amboss als Musikinstrument für sich entdeckt haben: Schon große Komponisten wie Giuseppe Verdi (in der Oper „Il trovatore“) und Richard Wagner (in der Oper „Siegfried“) erkannten sein musikalisches Potential. Uns unterstützt der Amboss zum Beispiel bei Ernst Moschs „Ambosspolka“ (Hier ist der Name Programm!) und Josef Strauß‘ „Feuerfestpolka“.



Die Schreibmaschine


Ein etwas ungewöhnliches Instrument, das tatsächlich im Orchester Verwendung findet, ist die Schreibmaschine. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erfunden, fand dieses Rhythmusinstrument erstmalig Anwendung in der Verfilmung „Die Privatsekretärin“ von 1931. Den musikalischen Durchbruch erlangte sie bei Leroy Andersons „The Typewriter“ mit Unterstützung der perfekten Performance des Komikers Jerry Lewis.
Unser Orchester interpretiert ebenfalls das Lied „The Typewriter“, wobei natürlich eine echte Schreibmaschine zum Einsatz kommt. Für dieses eine Lied ist sie eine ernstzunehmende Konkurrenz für unseren Schlagzeuger. Der Sieger dieses musikalischen Duells wird am 21.12.19 bei unserem Weihnachtskonzert in der Kongresshalle am Zoo ermittelt.



Die Orgel


Orgeln sind wie Akkordeons Tasteninstrumente. Die Töne werden bei einer Orgel durch Pfeifen erzeugt. Das Erscheinungsbild der Orgeln wird neben diesen Pfeifen durch die Gestaltung der Orgelfront und ihres Gehäuses bestimmt. Die Instrumente kann man in Kirchen oder auch im Gewandhaus zu Leipzig bewundern.

Apropos Gewandhaus: bei einem Konzert unseres Orchesters in dieser beeindruckenden Musikhalle kam die echte Orgel bereits zum Einsatz. Wir spielten Conquest of paradise. Wenn wir jedoch einmal nicht im Gewandhaus zu Gast sind, kann das Effektakkordeon (darüber haben wir schon in einem früheren Türchen berichtet) den Part der Orgel imitieren, sodass wir auch Stücke von Johann Sebastian Bach oder unser selbstgeschriebenes Stück Leipzig Vielfalt einer Stadt gut interpretieren können.



Das Klavier

In Deutschland ist das meistgespielte Instrument das Klavier. Im Jahr 2018 gab es ca. 160.000 Klavierschüler. Wenn man nun noch bedenkt, dass Klavierarten seit dem 16. Jahrhundert entwickelt worden, ist es nicht verwunderlich, dass es für dieses Musikinstrument zahlreiche klassische Werke, zum Beispiel durch Haydn, Mozart und Schubert, gibt. In der Neuzeit machten John Lennon mit seiner Hymne „Imagine“ und Richard Clayderman mit seiner „Ballade pour Adeline“ das Klavier wieder populär.

Wir selbst interpretieren, wie bereits im ersten Türchen geschrieben, Yann Tiersens fantastische Filmmusik für den Streifen „Die fabelhafte Welt der Amélie“ mit unseren Akkordeons. In John Miles „Music“, welches ebenfalls zu unserem Repertoire gehört, wechseln sich im Original Klavier und andere Instrumente regelmäßig ab.

Das Effektakkordeon

In einem Akkordeonorchester spielen größtenteils Akkordeonspieler. Durch die sogenannten Register können verschiedene Klangfarben erzeugt und somit musikalische Vielfalt geschaffen werden. Manchmal macht der Klang eines bestimmten Instrumentes aber erst den Charme eines Musikstücks aus. Dann binden wir bei einzelnen Liedern auch andere Instrumente mit ein.
Und dabei kommt oftmals unser Effektakkordeon zum Einsatz. Dies ist ein elektronisches Instrument, das genau wie ein normales Akkordeon gespielt wird, aber, ähnlich wie ein Keyboard, die verschiedensten Instrumentenklänge täuschend echt nachahmen kann. Oftmals sind unsere Zuschauer ein wenig irritiert, wenn beispielsweise der Klang eines Klaviers ertönt, sie dieses auf der Bühne aber vergeblich suchen.

Das Bassakkordeon

Das Bassakkordeon hat im Gegensatz zur „Normalausführung“ nur eine Diskantseite, welche meist in der Pianoanordnung aufgebaut ist. Die Tonlage ist im Bassbereich, so dass in einer Akkordeon- oder Ensemblebesetzung die Bassakkordeons die Bassstimme spielen können. Damit übernimmt das Bassakkordeon neben dem Schlagzeug sowie der Bassbegleitung des normalen Akkordeons den wichtigen Part der Begleitung unseres Orchesters.

Auf Grund der tiefen Tonhöhe können mit einem Bassakkordeon sehr gut verschiedene Stimmungen erzeugt werden. Dies ist besonders bei „Das alte Schloss“ aus Modeste Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ zu hören. Durch ständige Wiederholung eines einzigen tiefen Tones wird eine düstere Stimmung projiziert.